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Rappin-Alm

Die Rappin-Alm liegt im Rabenkopf - Gebiet in der Nähe von Kochel. Ein Bauer aus der Jachenau bewirtschaftet die Alm über einen Weg und will nun das empfindliche Hochtal erschließen.

Der Bund Naturschutz sowie andere Naturverbände, die Botanische Gesellschaft und die Bergwacht befürchten, dass Quellmoore und seltene Pflanzen durch den Eingriff bedroht werden. Die Entscheidung liegt beim Landratsamt. Eine Begehung hat nach der Schneeschmelze und dem Augustunwetter 2005 stattgefunden. Auch Experten haben sich zur besonderen Flora und Fauna der Rappin-Alm geäußert. Hier folgt die Stellungnahme der

"Bayerischen Botanischen Gesellschaft":

Wie wir erfahren haben, soll eine Planung bestehen, die Rappin-Alm durch den Bau eines Almweges zu erschließen. Der geplante Almweg würde von der Kochler Alm zur Rappin-Alm im Bereich zwischen den "grünen Gräben" im Süden und dem Rappinbach im (Nord-)Osten verlaufen.

Das Gebiet wurde 1993 im Zug der vom Landesamt für Umweltschutz durchgeführten Alpenbiotopkartierung erfasst und kartiert …

Wir haben deshalb am 5. August 2003 eine Ortsbegehung durchgeführt, um uns ein möglichst vollständiges Bild der Situation machen zu können. Das Ergebnis bringen wir Ihnen nachstehend zur Kenntnis.

Vegetation/Flora:

Die von uns begangenen Vegetationseinheiten entsprechen ausnahmslos den Festsetzungen von Absatz 13d(l) BayNatSchG.

Die Vegetation des Talbodens im unmittelbaren Umgriff der Rappin-Alm konnten wir in Anbetracht der Beweidung und der fortgeschrittenen Jahreszeit nicht ausreichend beurteilen.

 Es sind in diesem Gebiet vertreten:

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Blaugras-Buchenwälder, gelegentlich fichtenreich, mit Tanne, Kiefer, Eibe, Mehlbeere etc.

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Hangquellmoor: ein primäres Kopfbinsenried (Primulo-Schoenetum) von beachtlicher Fläche mit reliktischen Vorkommen von Polsterseggenrasen. Es handelt sich hier um einen der besten Vertreter dieses Vegetationstyps im bayerischen Alpenraum. Das Quellmoor würde durch den geplanten Almwegebau sicher irreversibel geschädigt!

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offene Felsbildungen mit Aurikel und anderen Arten

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natürliche, unverbaute Bachabschnitte von den Wasserfällen des Rappinbachs und des nördlichsten der "grünen Gräben" bis zum Talboden der Rappin-Alm; mit Lavendelweide, Schnee-Pestwurz, Buntem Schachtelhalm u.a.

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Blaugras-Horstseggenrasen in einer z.T. initialen Tieflagen-Ausbildung, wie sie im bayerischen Alpenraum nicht häufig zu finden ist - im Übergang und im Wechsel mit Alpen-Magerweiden, die aber erstaunlich wenige Weidezeiger aufweisen.

Zoologie:

Von der Kochler Alm bis zur Rappin-Alm konnten wir eine individuenreiche Population der rotflügeligen Schnarrschrecke (Psophos stridulus) feststellen.

Im Bereich des Hangquellmoores und kleinerer Feuchtflächen sahen wir Exemplare der gestreiften Quelljungfer (Cordulegaster bidentatus).

Nachstehend einige Beobachtungen, für die wir zwar keine Fachkompetenz beanspruchen können, die aber auch dem unbefangenen Betrachter auffallen:

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Das überplante Gelände besteht zu einem großen Teil aus Gehängeschutt und/oder Moränenmaterial und ist deshalb außerordentlich labil. Ein Wegebau in diesem Bereich gestaltet sich sicherlich schwierig und kostenintensiv, ganz zu schweigen von den unfehlbar fälligen hohen Instandhaltungskosten.

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Im oben erwähnten Hangquellmoor ist auch jetzt noch - nach wochenlanger Trockenheit - oberflächlich sickerndes Wasser zu beobachten und auch die Bäche zeigen noch eine erstaunlich gute Wasserführung. Durch den Wegebau dürften sich die Verhältnisse in diesem Bereich sicherlich grundlegend ändern. Es handelt sich hier um einen Teil des Wassereinzugsgebietes der Jachenau!

Fazit:

Das von uns begangene Gebiet ist ein Juwel der Kocheier Berge und über seine große landschaftliche Schönheit hinaus von so hoher Wertigkeit für den Naturschutz, dass ein Wegebau in diesem Bereich uneingeschränkt abzulehnen ist.

Es ist bedauerlich und schwer verständlich, dass ein solches Gebiet mitsamt den angrenzenden Flächen (Rappin-Schlucht etc.) nicht schon seit langem unter Naturschutz gestellt wurde. Nach unserer Auffassung würde der hohe naturschutzfachliche Wert des Gebietes eine Meldung als FFH-Fläche nahe legen.                                 Fotos oben: Friedl Krönauer Bergwacht Kochel

Würde hier ein Wegebau durchgeführt, verlöre der Naturschutz in Bayern jegliche Glaubwürdigkeit.

(Dr. W. Lippert, Vorsitzender der Bayerischen Botanischen Gesellschaft)

Der Weg auf die Rappin-Alm soll durch empfindliche Biotope führen, an einem Steilhang hinunter und mitten durch Blaugras-Buchenwälder, Hangquellmoore und zwischen zwei Wasserfällen hindurch.

Foto: Sepp Enninger Bergwacht Kochel

     

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